Bis Ende 2020 hat der Förderverein die Kirchengemeinde mit € 100.000 unterstützt. Der größte Betrag davon ist in Restaurierung der Wandmalereien im Chor der Kirche geflossen. Dieses Projekt wurde im Zeitraum 2012 bis 2013 durchgeführt und hat Gesamtkosten von € 105.000 verursacht. Neben dem Beitrag der Kirchengemeinde Weisenheim am Berg und einem Zuschuss der Landesdenkmalpflege Stiftung Deutsches Denkmal hat sich der Förderverein mit €  52.000 an den Kosten beteiligt.

Restaurierung der Wandmalereien (2012 - 2013)

Die um 1420/30 entstandenen und nach der Reformation überstrichenen Wandmalereien wurden 1928 freigelegt und 1967/68 ein zweites Mal restauriert. Nach den Voruntersuchungen im November 2009, deren Dokumentation im Januar 2010 und einer Musterrestaurierung im Juni 2011, wurden die Wandmalereien der Prot. Kirche Weisenheim am Berg von Oktober 2012 bis April 2013 von den Diplom Restauratorinnen Karen Keller, Kristina Brakebusch und ihrem Team restauriert.

Wichtigste Arbeiten waren die Reinigung der Oberflächen, die Reduzierung alter Kaseinüberzüge, das Niederlegen aufstehender Malschichtschollen, Kittung und Retusche, und - soweit möglich - die Beseitigung alter Feuchtigkeitsschäden.

Staub-und Schmutzablagerungen wurden mit weichen Spezialschwämmen trocken gereinigt, festsitzender Schmutz mit sehr saugfähigen leicht feuchten Schwämmen entfernt; verstaubte Spinnweben mit Pinseln und einem Staubsauger beseitigt.

Spröde Oberflächen, gelbliche und graue Verfärbungen, die durch alte Kaseinüberzüge – ein bei der Restaurierung 1967/68 benutztes Bindemittel – entstanden, wurden mit einem in warmen Alkohol-Wasser getränkten Spezialschwamm mit geringem Druck abgetupft und so reduziert.

Abgelöste Malschichten, sog. Malschichtschollen, wurden mit alterungsbeständigem Bindemittel hinterfüttert und mit wenig Druck an den Untergrund angelegt. Um Folgeschäden zu vermeiden wurde das überschüssige Bindemittel von der Oberfläche entfernt.

Optisch auffällige Kittungen, d.h. alte Schließungen von Putzfehlstellen und Rissen, wurden vorsichtig aus dem Putzgefüge entfernt. Sehr störende, raue, unebene, ältere Kittungen wurden mit kleinen Meißeln und Holzknüpfeln (hammerähnliches Werkzeug) entfernt. Die Fehlstellen wurden mit einem farbig abgetönten sehr feinkörnigen Kalkputz bzw. Kalkglätte geschlossen. Risse entlang der Maßwerkstreben wurden gekittet und retuschiert.

Retuschen der früheren Restaurierungen wurden, wenn nötig, reduziert. Im Hintergrundbereich wurden die Fehlstellen mit eingefärbter Kalktünche mit einem Pinsel geschlossen; im Bereich der Darstellungen wurde die Strichretusche, d.h. dünne senkrechte Striche (Tratteggiotechnik), die schon der letzte Restaurator anwandte, benutzt. So bleiben Ergänzungen aus der Nähe erkennbar.

Nach der Abnahme des Außenputzes während der vorletzten Restaurierung 1928 dringt durch die grobkörnige, offene Oberfläche des Fugenmörtels (der inzwischen gealterten Fugen) Feuchtigkeit in das Innere des Chores. Weiße Salzablagerungen, dunkel erscheinende Ränder (Versinterungen: gelbliche / bräunliche Verfärbungen) und Farbverdunkelungen waren die Folgen. Die Außenmauer des Chores wurde deshalb im Herbst 2014 neu verfugt.

Hier drei Beispiele aus dem Passionszyklus vor der Restaurierung:

Jesus vor dem Hohen Priester        

Jesus vor dem Hohen Priester

 

Dornenkrönung

 

Kreuzigung

... und danach:

 Nachstehend zwei Details, die die Wirkung der Restaurierung weiter verdeutlichen:

           

Kreuzigung (vorher)

 

Kreuzigung (nachher)

 

Grablegung (vorher)

 

Grablegung (nachher)

 Restaurierungsprozess

Beseitigung des Wasserschadens (2013)

Schäden nach einem Wassereinbruch an der Nordwand des Langhauses durch einen verstopften Kamin an z. T. schon restaurierten Wandmalereien wurden nach der Trocknung behoben. Die Kosten von 8.000 Euro wurden Förderverein getragen.

Verfugung der Außenmauer des Chorraumes (2014)

Im Rahmen der Restaurierung der Wandmalereien hat sich herausgestellt, dass durch offene und stark gealterte Fugen der Außenwände des Chorraums Feuchtigkeit in die Kirche eindringt und zu weiteren Schäden an den Wandmalereien führen wird. Die Außenmauer wurde neu verfugt, 2/3 der Kosten in Höhe von € 16.000 wurden vom Förderverein übernommen.

Beleuchtung des Chorraumes (2015)

Für die bessere Ausleuchtung des Chorraumes und damit auch einer besseren Beleuchtung der restaurierten Wandmalereien wurde eine neuen Beleuchtung installiert. 1/2  der Kosten (€ 3.285) wurden vom Förderkreis getragen.

    

Vogelabwehrmaßnahmen (2015)

Das Mauerwerk an den Fenstern des Chorraumes und die Fenster waren durch Vogelkot verunreinigt und beschädigt. Um weitere Schäden zu verhindern, wurden Gitter zur Abwehr der Vögel angebracht. Die Kosten in Höhe von € 1.250 hat der Förderverein übernommen.

Sanierung der Kirchgartenmauer (2015)

Teile der nördlichen Kirchgartenmauer drohten einzustürzen. Der außen daran vorbeiführende Dorfrundweg musste gesperrt werden. Von den insgesamt anfallenden Kosten für die Reparaturarbeiten in Höhe von € 30.000 hat der Förderverein € 7.500 übernommen.

Sanierung der Zifferblätter (2017)

Die Zifferblätter der Uhr am Kirchturm waren abgeblättert und nicht zu reparieren. Der Ersatz der Blätter hat Kosten in Höhe von € 6.134 verursacht, die der Förderverein in voller Höhe übernommen hat. Die alten Zifferblätter wurden beim darauf folgenden Sommerfest  meistbietend versteigert.

Diverse kleinere Projekte

Für diverse kleinere Projekte hat der Förderkreis ca. € 6.000 ausgegeben. Darin enthalten sind u.a. die Restaurierung der Grabstele der Ehefrau des Pfarreres Lehmann, die Schaffung eines barrierefreien  Zugangs zur Kirche usw.